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Steigende Energiekosten für Eigenheimbesitzer - Wege zu einer Trendumkehr

Den vorigen Winter, der eigentlich keiner war, nahmen viele Eigenheimbesitzer zum Anlass, das Thema Energiesparen einmal vorläufig auf die lange Bank zu schieben. Aber schon heuer können sich diese Versäumnisse stark auswirken.

In einem Haus mit geringer Energieeffizienz wird die Ausgabe für Heizung und Warmwasser im Vergleich mit dem letzten richtigen Winter kräftig steigen. Wer noch dazu eine Ölheizung besitzt, hat die größten Steigerungen zu verkraften. Der Weg aus dem Öl ist auf jeden Fall zu empfehlen.
Was hindert uns eigentlich, heute schon bewährte Techniken einzusetzen und den Energieverbrauch generell einzuschränken?

Da ist zuerst das Argument: Es wird ja wieder einmal billiger werden.
Diese Ansicht ist reines Wunschdenken und entbehrt jeder Grundlage. Wir können nur hoffen, dass es nicht weiter in diesem Tempo teurer wird. Die Preissteigerungen werden nicht nur das Öl betreffen, sondern auch den Strom. Wer jetzt noch auf eine neue Ölheizung setzt, dem ist, provokant gesagt, ohnehin nicht zu helfen. Aber auch die heute boomende Erdwärmeheizung wird sich wesentlich verteuern, weil der Strom im Winter immer kostbarer wird.
Der zweite Hindernisgrund liegt in der organisatorischen und finanziellen Ungewissheit, wie diese Umrüstung geschehen soll. Nur die Heizung tauschen, oder auch die Fenster, eventuell ein neues Dach? Grundsätzlich hat jedes Haus, das älter als zwanzig Jahre ist, einen großen Sanierungsbedarf, um optimale Energiewerte aufzuweisen. Jetzt ist zu prüfen, wo es besonders krankt, und eine Investition die rascheste Amortisation verspricht. Die Generalsanierung des Gebäudes vorzunehmen und dann die Heizung dem geringeren Verbrauch anzupassen würde den maximalen Nutzen versprechen. Nicht immer wird dies so möglich sein. Die Verbesserung in Teilbereichen bringt schon eine Verringerung der zukünftigen finanziellen Belastung und verbesserten Wohnkomfort. Jedenfalls ist Zeit zum Handeln und es muss jedem bewusst sein, dass es nur die Möglichkeit gibt, in entsprechende Energieeffizienz zu investieren, oder zukünftig immer mehr für die Grundversorgung von Wärme zu zahlen.
Was bedeutet es, wenn dafür die Kosten um die Hälfte steigen? Worauf muss dann verzichtet werden, um diese Zusatzausgaben unterzubringen, oder geht es gar auf Kosten der Ersparnisse?
Im Winter ist diese Problematik besonders spürbar, und es ist von der Jahreszeit her die beste Zeit zur Planung. Wie wäre es, als ersten Schritt einmal das Haus thermografisch beurteilen zu lassen, um einen Überblick zu erhalten? Das ist dann eine gute Grundlage zur weiteren Vorgangsweise.

Franz Mühlbacher